Wie Therapeuten bei Dissoziation helfen

Dissoziation ist ein Zustand, in dem sich Menschen von ihren Gedanken, Gefühlen oder sogar ihrem Körper entfernt fühlen – als würden sie von außen auf sich selbst blicken. Besonders bei Menschen mit belastenden Erlebnissen oder Traumata kann dies eine Schutzfunktion übernehmen. Doch im Alltag wird diese Trennung vom eigenen Erleben zur Belastung.

Therapeuten erkennen früh, wenn eine Dissoziation eintritt. Gerade in Therapiesitzungen kann es passieren, dass der Patient „abschaltet“, ins Leere starrt oder den Faden verliert. Der Therapeut greift dann sanft ein – durch gezielte Fragen, durch das Herstellen von Kontakt zur Gegenwart oder durch Übungen zur Körperwahrnehmung. Ziel ist es, den Menschen wieder im Hier und Jetzt zu verankern.

Ein wichtiger Schritt in der Therapie ist es, dem Patienten neue Wege zu zeigen, mit innerer Distanz umzugehen – ohne abzuschalten. Er lernt, Signale im Körper oder im Denken wahrzunehmen, bevor die Dissoziation einsetzt. So gewinnt er mehr Kontrolle über seine Reaktionen.

In einem späteren Stadium der Therapie wird dann vorsichtig an die zugrundeliegenden Traumata herangegangen. Dies geschieht aber erst, wenn der Mensch stabil genug ist und über genügend Ressourcen verfügt, um belastende Erinnerungen zu verarbeiten. Ganz langsam und sicher wird so die Ursache der Dissoziation angegangen.

Die Arbeit ist feinfühlig und vertrauensvoll. Aber mit der richtigen Unterstützung kann sich auch hier eine tiefe Heilung entfalten.

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