Die höchsten Bauzinsen in der Geschichte Deutschlands

Wer heute über hohe Zinsen für Immobilienkredite klagt, sollte einen Blick in die Vergangenheit werfen. Die Bauzinsen haben im Laufe der Jahrzehnte stark geschwankt – und das Maximum lag deutlich über den heutigen Werten.

Der höchste nominelle Bauzins in der jüngeren deutschen Geschichte wurde zwischen 1970 und 1974 erreicht: ganze 8,9 Prozent. Zu dieser Zeit war die Inflation zwar ebenfalls hoch, aber selbst der Realzins – also der Zins nach Abzug der Inflation – lag mit 3,3 Prozent deutlich im positiven Bereich. Das bedeutete, dass Kreditnehmer kräftig draufzahlten, selbst wenn man die Geldentwertung berücksichtigte.

Vorherige Jahrzehnte lagen zwar auch auf hohem Niveau, aber niedriger: In den Jahren 1965–1969 betrug der durchschnittliche Nominalzins 7,1 Prozent, davor (1960–1964) 6,1 Prozent und in den späten 1950er-Jahren sogar „nur“ 6,4 Prozent. Interessant ist, dass der scheinbar höchste Zinssatz nicht zwangsläufig der höchste in „echten“ Geldverlusten war – doch im Vergleich zu den extrem niedrigen Zinsen der 2010er Jahre wirken selbst die 80er und 90er rückblickend wie eine andere Welt.

Heute, wo sich die Zinsen langsam erhöhen, erinnern viele an diese Zeiten mit Respekt – und auch ein wenig mit Erschrecken. Denn damals mussten Käufer wirklich planen, rechnen und sparen. Ein Haus zu bauen oder zu kaufen war keine leichte Entscheidung – ganz anders als in den Jahren des „fast umsonst“-Kredits.

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