Welche Bäume in Deutschland sind Neophyten?

In deutschen Wäldern und Parks wachsen immer häufiger Bäume, die ursprünglich nicht hierher gehören. Diese sogenannten Neophyten wurden erst nach 1492, also im Zeitalter der großen Entdeckungsreisen, nach Mitteleuropa eingeschleppt – teils absichtlich, teils zufällig. Besonders auffällig ist die Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia), ein Baum oder Strauch aus Nordamerika, der mit seinen weißen Blüten im Frühjahr und den essbaren Früchten viele Gartenfreunde begeistert. Ähnlich verbreitet ist die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), die vor allem durch ihr farbenfrohes Herbstlaub auffällt.

Doch nicht alle Neophyten sind so harmlos. Die Ausdauernde Ambrosie (Ambrosia coronopifolia) und die Dreilappige Ambrosie (Ambrosia trifida) sind Beispiele für Pflanzen, die große Probleme bereiten können. Beide stammen aus Amerika und gelten als stark allergen – ihr Pollen löst bei vielen Menschen heftige Heuschnupfenreaktionen aus. Während die ausdauernde Ambrosie eher lokal vorkommt, breitet sich die dreilappige Art in manchen Regionen rasant aus, besonders entlang von Wegen, Bahndämmen und auf brachliegenden Flächen.

Neophyten sind nicht per se schlecht. Manche verschönern Parks und Gärten oder bieten Insekten Nahrung. Doch wenn sie heimische Arten verdrängen oder gesundheitliche Risiken bergen, wird ihr Wachstum zum Problem. Deshalb wird in Deutschland genau beobachtet, wo und wie sich diese Pflanzen ausbreiten. Auch Privatpersonen können einen Beitrag leisten – etwa indem sie bei der Bepflanzung auf einheimische Arten achten oder invasive Neophyten früh melden.

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