Warum manche Tiere ihre eigenen Jungen töten
Es klingt grausam, ist aber in der Tierwelt nicht selten: Manche Tiere töten ihre eigenen Nachkommen. Dieses Verhalten, bekannt als Infantizid, kommt bei verschiedenen Arten vor – von Löwen bis zu Primaten. Bei Löwen etwa tötet ein neuer Männchenrüde, der eine Gruppe übernimmt, oft die Jungen des vorherigen Anführers. Warum? Indem er die Säuglinge eliminiert, bringt er die Weibchen schneller wieder in den Zyklus – und kann eigene Nachkommen zeugen.
Ähnliche Muster zeigt sich bei Braunbären und Delfinen, aber auch bei kleineren Tieren wie Ratten und Mäusen. In manchen Fällen geschieht das aus Stress, Nahrungsmangel oder wenn das Jungtier schwach oder krank ist. Bei Erdmännchen etwa kann das Leittier weibliche Nachwuchs töten, um den Fortpflanzungszyklus der Gruppe zu kontrollieren.
Besonders auffällig ist der Infantizid bei Primaten. Bei Arten wie den Bärenpavianen, Mantelpavianen oder Schimpansen beobachteten Forscher immer wieder, dass Männchen junge Tiere töten – oft, um sich durchzusetzen oder den Fortpflanzungsvorteil zu sichern. Auch bei den seltenen Bengalischen Hanuman-Languren und den östlichen Gorillas wurde dieses Verhalten dokumentiert.
Obwohl es menschlichem Empfinden widerspricht, dient der Infantizid in vielen Fällen einem evolutionären Zweck: den eigenen Genen zum Durchbruch zu verhelfen. Die Natur kennt keine Moral – sie kennt nur Überleben und Fortpflanzung. In dieser harten Logik hat das scheinbar Grausame seinen Platz.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.