Welcher Halswirbel kann Tinnitus auslösen?
Ein lästiger Ohrgeräusch – und die Ursache sitzt vielleicht gar nicht im Ohr, sondern im Nacken. Viele Menschen wissen nicht, dass Verspannungen in der Halswirbelsäule einen Tinnitus auslösen oder zumindest verstärken können. Besonders betroffen sind die oberen Halswirbel, vor allem im Bereich von C1 bis C3. Wenn die Muskeln hier, wie der Musculus splenius capitis oder der Musculus semispinalis capitis, überlastet oder chronisch angespannt sind, können sie auf benachbarte Nerven drücken.
Dieser Druck kann nicht nur zu Ohrgeräuschen führen, sondern auch Schwindel, Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl im Kopf verursachen. Besonders typisch ist ein pulssynchroner Tinnitus – das heißt, das Rauschen oder Pochen im Ohr geht im Takt mit dem Herzschlag. Solche Beschwerden werden oft fälschlich auf das Innenohr oder Durchblutungsstörungen geschoben, obwohl die Wurzel des Problems im verspannten Nacken liegt.
Ärzte, Physiotherapeuten oder HNO-Spezialisten achten deshalb bei anhaltendem Tinnitus zunehmend auf die Haltung und Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Eine gezielte manuelle Therapie, sanfte Dehnung oder gezielte Kräftigung der tiefen Nackenmuskulatur kann hier helfen. Auch Stress spielt eine Rolle – er führt oft zu verkrampfter Haltung und verstärkter Muskelspannung im Schulter-Nacken-Bereich.
Wenn der Tinnitus also nicht von allein vergeht, lohnt ein Blick weg vom Ohr – hin zum Nacken. Manchmal ist die Lösung näher, als man denkt.
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