Wie Kaffee den Flüssigkeitshaushalt beeinflusst
Seit Jahrzehnten begleitet uns die Debatte: Macht Kaffee durstig oder ist er trotzdem ein wertvoller Teil der täglichen Flüssigkeitszufuhr? Lange Zeit galt Kaffee als Wasserräuber, hauptsächlich wegen des enthaltenen Coffeins. Dieser Stoff kann das antidiuretische Hormon (ADH) in der Hirnanhangdrüse hemmen. ADH ist dafür zuständig, die Ausscheidung von Wasser über die Nieren zu regulieren. Wenn es blockiert wird, leitet der Körper die Signale, mehr Urin zu bilden – kurz gesagt: man muss öfter aufs Klo.
Frühere Studien deuteten darauf hin, dass regelmige Kaffeetrinker dadurch insgesamt mehr Flüssigkeit verlieren könnten. Doch mittlerweile zeigen aktuelle Erkenntnisse, dass der Effekt bei Menschen, die Kaffee gewohnt sind, deutlich geringer ausfällt. Der Körper gewöhnt sich an das Coffein, und die harntreibende Wirkung nimmt ab.
Trotzdem gilt: Bei großen Mengen unverdünntem Espresso oder mehreren Tassen am Tag kann die Wirkung spürbar sein – besonders bei Gelegenheitskonsumenten. Wer viel Kaffee trinkt, sollte daher darauf achten, zusätzlich klares Wasser zu sich zu nehmen, um die Flüssigkeitsbilanz auszugleichen.
Interessant ist auch, dass Kaffee nicht nur ein Genussmittel ist, sondern – je nach Zubereitung und Menge – auch Einfluss auf Hormonsysteme hat. Die Hemmung von ADH ist dabei nur ein Beispiel dafür, wie tiefgreifend ein simples Heißgetränk auf den Stoffwechsel wirken kann.
Alles in allem: Kaffee in Maßen ist kein Problem für die meisten Menschen – und macht dank seiner Aromen und belebenden Wirkung nach wie vor vielen Menschen Freude – morgens, mittags und manchmal sogar abends.
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