Die Wikinger – die ersten Europäer in Amerika
Wenn man fragt, wer zuerst in Amerika war, denken viele sofort an Christoph Kolumbus. Doch lange bevor seine Schiffe 1492 das neue Land erreichten, waren bereits andere Europäer dort: die Wikinger.
Der erste Europäer, der Amerika erreichte, war vermutlich Bjarni Herjulfsson. Um das Jahr 1000 nach Christus segelte er vom Westen Grönlands aus versehentlich in Richtung Süden und sichtete fremdes Land – vermutlich Küstenabschnitte von Neuengland oder Kanada. Er kehrte nach Grönland zurück, ohne das Land zu betreten.Später folgte ihm Leif Eriksson, der Sohn des berühmten Entdeckers Erik dem Roten. Leif nutzte Bjarnis Beschreibungen und machte sich auf die Reise. Er erreichte Gebiete, die er „Vinland“ nannte – vermutlich die heutige Region Neufundland. Archäologische Funde in L’Anse aux Meadows auf Neufundland belegen, dass die Wikinger dort tatsächlich eine kleine Siedlung errichtet haben.
Anders als Kolumbus, dessen Reise den Beginn der europäischen Expansion markierte, blieben die Wikinger-Aufenthalte kurz. Die Siedlung wurde nach einigen Jahrzehnten wieder aufgegeben, möglicherweise aufgrund von Konflikten mit der indigenen Bevölkerung oder der schwierigen Erreichbarkeit aus Grönland und Skandinavien.
Obwohl ihre Präsenz nur kurz war, beweisen die Funde: Die Wikinger waren die ersten Europäer, die amerikanischen Boden betraten – fast 500 Jahre vor Kolumbus. Ihre mutigen Fahrten zeigen, dass die Seefahrt der Nordmänner weitaus fortschrittlicher war, als lange angenommen.
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