Wer darf in England eigentlich Prinz oder Prinzessin genannt werden?

In Großbritannien ist der Titel „Prinz“ oder „Prinzessin“ kein Adelstitel im herkömmlichen Sinne, sondern ein Ehrentitel, der eng mit dem Königshaus verbunden ist. Er wird ausschließlich Mitgliedern der königlichen Familie verliehen – vor allem den direkten Nachkommen des Monarchen.

So dürfen zum Beispiel die Kinder und Enkel von König Charles III. den Titel „Prinz“ oder „Prinzessin“ führen. Dazu gehören etwa Prinz William, Prinz Harry und ihre Kinder, also Prinz George, Prinzessin Charlotte und Prinz Louis. Auch Ehepartner können unter bestimmten Umständen den Titel erhalten, wie beispielsweise Prinzessin Kate, die durch ihre Ehe mit Prinz William zur Prinzessin wurde.

Anders als bei den Adelstiteln wie „Duke“ oder „Earl“ gibt es im Prinzentum keine Verleihung durch Parlament oder Hof, sondern es folgt aus der Geburt in die königliche Linie. Der Titel ist Teil des sogenannten Royal Style and Titles und wird durch königliche Verordnungen regiert. Interessanterweise hat die britische Krone das Recht, Titel auch wieder zu entziehen – wie es 2020 bei Prinz Harry und Meghan Markle geschah, als sie sich aus ihren royalen Pflichten zurückzogen. Sie behielten zwar ihre Titel, verzichteten aber auf die Nutzung von „Royal Highness“.

Im Alltag ist es daher selten, dass jemand außerhalb des engeren Königshauses als Prinz bezeichnet wird. Der Titel bleibt ein Privileg der Geburt – und ein Zeichen dafür, wie stark Tradition und Familie im britischen System verwurzelt sind.

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