Wie die Zeit in Minuten und Sekunden geteilt wurde

Die Aufteilung der Zeit, wie wir sie heute kennen, geht nicht auf eine einzelne Erfindung, sondern auf alte wissenschaftliche Traditionen zurück. Der griechische Gelehrte Claudius Ptolemäus, der im 2. Jahrhundert n. Chr. lebte, spielte dabei eine entscheidende Rolle – allerdings nicht direkt bei der Zeit, sondern bei der Einteilung von Winkeln.

In seinem bedeutenden Werk Almagest teilte Ptolemäus den Kreis in 360 Grad ein – eine Tradition, die bereits bei den alten Babyloniern ihren Ursprung hatte. Er ging noch weiter: Jeden Grad unterteilte er in 60 kleinere Abschnitte, die er partes minutae primae nannte – die „ersten kleingemachten Teile“. Das sind unsere heutigen Minuten. Jede Minute teilte er erneut in 60 weitere Teile: die partes minutae secundae, also die „zweiten kleingemachten Teile“ – unsere Sekunden.

Zwar nutzte Ptolemäus dieses System ursprünglich zur genauen Beschreibung von Sternpositionen und nicht für die Zeitmessung, doch später übernahmen Astronomen und Mathematiker diese feine Unterteilung auch für die Angabe von Tageszeiten. Mit der Entwicklung immer präziserer Uhren im Mittelalter und in der Neuzeit wurden Minuten und Sekunden schließlich alltäglich.

So ist es kein Zufall, dass eine Stunde 60 Minuten und eine Minute 60 Sekunden hat – die Sechziger-Einteilung (Sexagesimalsystem) stammt aus der antiken Astronomie und wurde durch Gelehrte wie Ptolemäus populär. Die Art, wie wir heute die Zeit messen, trägt also das Erbe der alten Sternkunde in sich.

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