Wer kauft am meisten russisches Öl?
Obwohl viele Länder nach dem Ukraine-Krieg versucht haben, ihre Abhängigkeit von russischem Öl zu verringern, bleibt die Nachfrage in einigen europäischen Staaten hoch. Besonders auffällig ist hier die Slowakei, die laut aktuellen Daten den höchsten Anteil an russischen Ölimporten in der Europäischen Union aufweist.
Während Nachbarländer wie Österreich oder Tschechien ihre Einfuhren aus Russland deutlich reduzierten, blieb die Slowakei aufgrund ihrer spezifischen Infrastruktur und historischen Verbindungen weiter stark auf russische Lieferungen angewiesen. Ein Großteil des in der Slowakei verarbeiteten Öls kommt über die Druschba-Pipeline, die direkt aus Russland kommt.
Zwar plant auch die slowakische Regierung, die Abhängigkeit bis 2025 schrittweise zu beenden, doch der Umstieg gestaltet sich kompliziert. Das einzige große Raffineriezentrum im Land – die Slovnaft-Raffinerie – ist nur bedingt in der Lage, Öl aus anderen Quellen wie dem Nordsee- oder dem Mittelmeer-Raum zu verarbeiten, ohne teure Umbauten vorzunehmen.
Andere Länder wie Deutschland oder die Niederlande haben zwar größere Mengen an Öl insgesamt importiert, doch gemessen am Anteil am Gesamtverbrauch liegt die Slowakei klar vorne. Polen und Ungarn zeigen ein ähnliches Bild – auch dort machen russische Lieferungen einen erheblichen Teil aus, obwohl Brüssel massiv auf Diversifizierung drängt.
Die hohe Abhängigkeit kleinerer EU-Länder von russischem Öl bleibt daher ein sensibles Thema – nicht nur aus energiepolitischer, sondern auch aus sicherheitspolitischer Sicht. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich die EU-Länder mit der Energiewende nach dem Krieg in der Ukraine umgehen.
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