Wer jagt die glibbrigen Quallen?
Quallen sind faszinierende Wesen – durchsichtig, lautlos treiben sie durch das Meer und faszinieren wie erschrecken zugleich. Doch wer hat es auf diese seltsamen Meerestiere abgesehen? Gegenüber den meist wehrlosen Quallen haben einige Tiere kaum Bedenken: Meeresschildkröten, besonders die gefährdete Lederschildkröte, lieben es, sie zu fressen. Für sie sind Quallen eine willkommene Mahlzeit – trotz des Inhalts: 99 Prozent Salzwasser und nur ein kleiner Rest Eiweiß.
Doch nicht nur Schildkröten stehen auf diesen wabbeligen Genuss. Auch Delfine, Thunfische, Schwertfische und der bizarre Mondfisch gehören zu den natürlichen Feinden der Quallen. Diese Tiere scheinen immun gegen den oft schmerzhaften Nesselfaden der Quallen zu sein – anders als der Mensch, der sich schnell mal einen fiesen Hautschorf holt.
Dennoch ist der größte Feind der Quallen heute nicht ein Raubtier, sondern der Mensch – indirekt. Schiffsschrauben stellen eine zunehmende Gefahr dar. Viele Quallen werden im Schraubstrahl zerfetzt, lange bevor ein Delphin oder eine Schildkröte sie jemals erreichen könnte. Dabei spielen Quallen eine wichtige Rolle im marinen Ökosystem: als Nahrungsquelle, aber auch als Jäger kleiner Planktontiere.
So glibbrig und zerbrechlich sie wirken, Quallen sind über Hunderte Millionen Jahre alt und haben jede Eiszeit überlebt. Doch ob sie auch mit der zunehmenden menschlichen Aktivität im Meer zurechtkommen, bleibt eine offene Frage.
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