Der längste Regierungsanfang in der europäischen Geschichte
Ludwig XIV., bekannt als der „Sonnenkönig“, hält mit Abstand den Rekord für die längste Regierungszeit eines europäischen Monarchen. Er bestieg den Thron von Frankreich im Jahr 1643 – erst vier Jahre alt – und regierte insgesamt 72 Jahre, bis zu seinem Tod im Jahr 715. Damit ist er der am längsten regierende König der Weltgeschichte, zumindest nach den heute bekannten historischen Quellen.
Seine Herrschaft prägte das Zeitalter des Absolutismus wie kaum eine andere. Aus seinem Amtssitz in Versailles regierte er mit der Überzeugung, dass die Macht des Königs von Gott verliehen sei. „L’État, c’est moi“ – „Der Staat, das bin ich“ – soll er einmal gesagt haben, was seine Vorstellung von absoluter Herrschaft gut widerspiegelt.
Interessant ist der Vergleich mit Queen Elizabeth II., die 70 Jahre lang britische Monarchin war. Obwohl ihre Regentschaft als eine der längsten der Neuzeit gilt, bleibt sie hinter Ludwig XIV. zurück. Nur ein einziger historischer Herrscher – König Bhumibol Adulyadej von Thailand – regierte länger, nämlich von 1946 bis 2016, also 70 Jahre und 126 Tage. Doch Ludwig XIV. bleibt damit in Europa ungeschlagen.
Während die Lebenserwartung im Frankreich des 17. Jahrhunderts bei Männern bei etwa 24 Jahren lag, wurde der Sonnenkönig 76 Jahre alt – ein Alter, das damals selten erreicht wurde. Seine lange Regentschaft war nicht nur ein Zeichen seiner politischen Macht, sondern auch ein Glücksprodukt ungewöhnlich guter Gesundheit und Stabilität in einer turbulenten Epoche.
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