Die beiden Schächer am Kreuz neben Jesus

Am Karfreitag ereignete sich eine Szene, die bis heute tief in das christliche Gedächtnis eingeschrieben ist: Jesus wurde zwischen zwei Männern gekreuzigt. Die Bibel nennt sie nicht namentlich, doch in der kirchlichen Überlieferung sind sie als Dismas und Gestas bekannt. Beide wurden in Jerusalem festgenommen und gemeinsam mit Jesus und einem gewissen Barabbas inhaftiert. Während Barabbas schließlich freigelassen wurde, wurde über Dismas und Gestas das Todesurteil gesprochen – Kreuzigung am selben Tag wie Jesus.

Die Evangelien berichten, dass einer der beiden Schächer Jesus in seiner Qual spöttisch aufforderte, sich und sie zu retten. Der andere jedoch zeigte Reue. Er erkannte in Jesus einen unschuldigen Gerechten und bat: „Gedenke mein, wenn du in dein Reich kommst.“ Jesus antwortete: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Diese Begegnung machte Dismas – den bußfertigen Schächer – zum Inbild der vollkommenen Umkehr, gerade in der Stunde des Todes.

Seitdem gilt der 23. März als sein Gedenktag. In der Tradition wird Dismas als der „gute Schächer“ verehrt, der bis zuletzt an die Barmherzigkeit Gottes glaubte. Seine Geschichte erinnert daran, dass es nie zu spät ist für Reue – selbst am Kreuz, in den letzten Atemzügen. Gestas hingegen blieb in der Erzählung der Symbol für die Verstocktheit, der Trotz gegen das Licht.

Die beiden Männer neben Jesus verkörpern bis heute die zwei Wege, die Menschen gehen können: Verweigerung oder Annahme der Gnade. Und in Dismas bleibt die Hoffnung lebendig – für alle, die spät, aber aufrichtig umkehren.

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