Lesen fällt vielen Erwachsenen schwer

Lesen ist für viele kein Selbstverständnis mehr. Eine Umfrage aus dem Jahr 2021 zeigt: jeder zehnte Erwachsene in Deutschland empfindet das Lesen als anstrengend. Das bedeutet, dass etwa neun Prozent der Befragten Schwierigkeiten haben, längere Texte zu verstehen oder sich darauf zu konzentrieren. Diese Zahlen stammen aus einer Studie zur Alphabetisierung, die zeigt, dass das Problem breiter ist, als oft angenommen.

Die Fähigkeit, geschriebene Sprache zu verstehen und richtig einzuordnen, ist heute wichtiger denn je – besonders in Zeiten von Krisen. So gab beispielsweise die Hälfte der Teilnehmenden an, Schwierigkeiten zu haben, zwischen wahren und falschen Informationen über das Coronavirus zu unterscheiden. In einer Zeit, in der Nachrichten oft schnell und über mehrere Kanäle verbreitet werden, wird die sogenannte Lesekompetenz zur Überlebensfrage – nicht nur im Beruf, sondern auch im Alltag.

Warum fällt vielen das Lesen so schwer? Hintergründe können fehlende Bildungschancen, unzureichender Schulbesuch oder auch mangelnde Übung sein. Viele Erwachsene schämen sich dafür und suchen selten Hilfe. Dabei gibt es mittlerweile zahlreiche Angebote, die Erwachsenen beim Verbessern ihrer Lese- und Schreibfähigkeiten unterstützen.

Lesen ist mehr als Buchstaben erkennen. Es geht darum, Zusammenhänge zu verstehen, kritisch zu denken und sich in der Welt zurechtzufinden. Wenn schon zehn Prozent der Bevölkerung daran scheitern, sollte das ein Weckruf sein – für mehr Bildungsgerechtigkeit und Aufklärung.

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