Wie wird ein erhöhtes Cortisol im Körper nachgewiesen?

Ein Verdacht auf zu viel Cortisol im Körper – auch bekannt als Hypercortisolismus – kann verschiedene Ursachen haben: vom Cushing-Syndrom über Tumore der Nebennieren bis hin zu einer ektopen ACTH-Produktion. Um dies sicher festzustellen, spielt die Laboranalyse eine zentrale Rolle.

Die Bestimmung des freien Cortisols im 24-Stunden-Urin gilt als besonders zuverlässige Methode. Im Gegensatz zum Cortisol im Blut, das starken Schwankungen unterliegt, liefert der Urin über einen ganzen Tag gesammelt ein stabileres und aussagekräftigeres Bild. Bei einem erhöhten Spiegel deutet dies oft auf eine übermäßige Cortisolproduktion hin – unabhängig davon, ob die Ursache in der Hypophyse, in der Nebenniere oder einem fremden Tumor liegt.

Beim Cushing-Syndrom, verursacht durch ein Nebennierenadenom oder -karzinom, ist das freie Cortisol im Urin deutlich erhöht. Gleiches gilt bei einem ACTH-produzierenden Hypophysenadenom (Morbus Cushing) oder bei einer ektopen ACTH-Produktion, beispielsweise durch Lungenkarzinome. Die Analyse hilft daher nicht nur bei der Diagnose, sondern auch bei der Abgrenzung der verschiedenen Formen.

Die Durchführung ist einfach: Der Patient sammelt über 24 Stunden hinweg den gesamten Urin in einer speziellen Sammelvorrichtung. Dieses Probenmaterial wird dann im Labor untersucht. Wichtig ist, dass die Probe korrekt gesammelt wird, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Ein erhöhter Cortisolwert im Urin ist kein endgültiges Urteil, aber ein wichtiges Warnsignal. Weitere Untersuchungen wie Bluttests oder bildgebende Verfahren folgen meist, um die genaue Ursache zu finden und eine gezielte Therapie einzuleiten.

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