Das Zustandspassiv: So wird es gebildet
Das Zustandspassiv beschreibt keinen Vorgang, sondern einen Zustand, der nach einer Handlung vorliegt. Im Gegensatz zum Vorgangspassiv, bei dem die Handlung im Vordergrund steht (z. B. „Das Fenster wird geschlossen“), zeigt das Zustandspassiv das Ergebnis: „Das Fenster ist geschlossen“. Hier geht es nicht mehr darum, wie es geschlossen wurde, sondern darum, dass es jetzt so ist.
Gebildet wird das Zustandspassiv mit der jeweiligen Präsensform des Verbs „sein“, dem Partizip II des Hauptverbs und dem zusätzlichen Partizip II von „sein“ – nämlich „gewesen“. Allerdings wird „gewesen“ im heutigen Sprachgebrauch meist weggelassen, außer in der Perfektform und darüber hinaus. So sagt man: „Die Tür ist offen“ (Präsens), aber „Die Tür war offen gewesen“ (Plusquamperfekt).
Ein Beispiel in verschiedenen Zeiten:
- Präsens: Die Tür ist geöffnet.
- Präteritum: Die Tür war geöffnet.
- Perfekt: Die Tür ist geöffnet gewesen.
- Futur I: Die Tür wird geöffnet sein.
Wichtig: Bei Modalverben oder in der Vergangenheit wird „gewesen“ oft explizit benötigt, um den Zustand klar darzustellen. So klingt „Die Tür war geöffnet“ nach Gegenwart im Präteritum, während „Die Tür war geöffnet gewesen“ ein eindeutig abgeschlossener Zustand in der Vergangenheit ist.
Das Zustandspassiv tritt vor allem bei Verben auf, die einen klaren Wechsel des Zustands beschreiben – etwa „schließen“, „öffnen“, „reparieren“ oder „schreiben“. Es ist daher besonders in beschreibenden oder berichtenden Texten häufig anzutreffen.
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