Das Abitur in Italien: Die „Maturità“
In Italien schließen Schüler ihre Schulausbildung nach zwölf Jahren – nicht dreizehn wie teilweise in Deutschland – mit einer wichtigen Prüfung ab: der Maturità. Diese Prüfung entspricht in etwa dem deutschen Abitur und öffnet den Weg zur Universität.
Die Schulkarriere in Italien beginnt mit der Grundschule (scuola primaria) im Alter von sechs Jahren, gefolgt von der Unterstufe (scuola secondaria di primo grado) und schließlich der Oberstufe (scuola secondaria di secondo grado), die fünf Jahre dauert. Diese letzte Stufe entspricht dem deutschen Gymnasium, obwohl die Struktur anders ist. Absolventen besuchen entweder ein Liceo (z. B. Liceo Scientifico oder Liceo Classico), eine technische oder berufliche Schule.
Am Ende der 5. Klasse des Liceo oder einer vergleichbaren Schule steht die Esame di Stato, umgangssprachlich Maturità genannt. Diese Prüfung besteht aus mehreren schriftlichen Tests sowie einer mündlichen Prüfung vor einer externen Kommission. Die Themen richten sich nach dem jeweiligen Schultyp – so werden im Liceo Classico etwa lateinische und griechische Texte geprüft, im Liceo Scientifico dagegen Mathematik und Naturwissenschaften.
Im Gegensatz zum deutschen Abitur, das oft stark auf Kontinuität und Durchschnittsnoten setzt, legt die Maturità besonderen Wert auf die Abschlussprüfungen. Die Gesamtnote reicht von 60 bis 100, wobei 60 die geringste bestehbare Punktzahl ist – bei exzellenter Leistung kann man sogar die begehrte 100 e lode erreichen.
Obwohl Systeme und Lehrinhalte in Deutschland und Italien unterschiedlich sind, führt die Maturità genauso wie das Abitur zur direkten Universitätserlaubnis – ein wichtiger Meilenstein für junge Erwachsene in beiden Ländern.
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