Der Klammeraffe: Ein Zeichen mit vielen Namen

Das @-Zeichen kennt heute fast jeder – vor allem durch E-Mail-Adressen, soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook und die tägliche digitale Kommunikation. Doch wie heißt dieses kleine, geschwungene Symbol eigentlich?

In Deutschland wird es meist "At-Zeichen" genannt, eine wörtliche Übersetzung aus dem Englischen. Allerdings hat es einen viel interessanteren, umgangssprachlichen Namen: "Klammeraffe". Der Begriff stammt vermutlich aus der Bürozeit, wo man das Zeichen in der Schreibmaschinenschule selten brauchte – bis dann die E-Mail-Ära kam und es plötzlich überall auftauchte.

Warum "Affe"? Die Form erinnert an einen Affen, der mit dem Schwanz in einem Käfig hockt – die geschwungene Schleife wie ein Arm, der nach etwas greift. Andere Länder haben übrigens ganz andere Namen dafür: In Schweden heißt es "Affenschwanz", in der Türkei "Rosenring", in Frankreich "dièse" oder auch "arobase", während man in Russland sagt, es sähe aus wie ein "schlüpfriger Hund".

Ursprünglich stammt das @-Zeichen nicht aus der Digitalwelt, sondern war ein kaufmännisches Symbol – eine Abkürzung für "at", also "zu" oder "pro", etwa "10 Äpfel @ 2 Euro". Seit Ray Tomlinson 1971 das erste E-Mail-System nutzte und @ als Trenner zwischen Benutzername und Domain wählte, wurde es weltberühmt.

Heute ist das @-Zeichen längst mehr als ein technisches Symbol – es ist ein kleines Kunstwerk der Schriftgeschichte, das in fast jeder Sprache einen Namen hat und in jeder E-Mail, jedem Profil auf Social Media eine zentrale Rolle spielt.

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