Wie lange läuft der Ball wirklich?

Ein Champions-League-Spiel dauert offiziell 90 Minuten – doch der Ball rollt deutlich weniger lang. Eine Studie der UEFA aus dem Jahr 2019 zeigt: Die tatsächliche Spielzeit, in der der Ball tatsächlich im Spiel ist, beträgt im Schnitt nur etwa 54 Minuten. Das bedeutet: Fast die Hälfte der Spieldauer geht mit Abspielen, Verletzungspausen, Wechseln und Zeitverzögerungen verloren.

Die Untersuchung analysierte zahlreiche Begegnungen der Königsklasse und kam zu dem Ergebnis, dass eine Halbzeit im Durchschnitt nur knapp über 27 Minuten echte Spielzeit umfasst. Bei Spielen auf hohem Niveau, wo schneller gespielt und weniger Zeit geschunden wird, kann die Netto-Spielzeit etwas höher liegen. In emotional aufgeladenen oder taktisch geprägten Partien hingegen sinkt sie oft deutlich ab.

Interessant ist auch die Verteilung der Unterbrechungen: Der längste Zeitverlust entsteht durch Freistöße und Abschläge, gefolgt von Verletzungspausen und Gelbe-Karten-Szenen. Schiedsrichter versuchen zwar mit angezeigter Nachspielzeit gegenzusteuern, doch selbst das ändert nichts an der Tatsache: Wer ein CL-Spiel schaut, sieht oft mehr Unterbrechungen als kontinuierlichen Fußball.

Die Erkenntnis der Studie hat die Debatte über Regeländerungen befeuert – etwa die Einführung einer Stoppuhr wie im Basketball. Noch jedoch bleibt die 90-Minuten-Regel unangetastet, auch wenn der Ball nur knapp über die Hälfte davon wirklich rollt.

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