Wie lange Menschen mit Psychose leben können

Die Diagnose einer Psychose, wie beispielsweise Schizophrenie, wirft bei Betroffenen und ihren Angehörigen oft die Frage auf: Wie wirkt sich die Erkrankung auf die Lebenserwartung aus? Studien zeigen, dass Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen tendenziell kürzer leben als die allgemeine Bevölkerung.

Männer mit Schizophrenie sterben laut einer Untersuchung im Durchschnitt mit 62,8 Jahren – das sind fast 15 Jahre früher als andere Männer ohne diese Diagnose. Bei Frauen mit schizoaffektiven Störungen zeigt sich ein ähnliches Bild: In England lag ihre durchschnittliche Lebenserwartung bei 64,1 Jahren, also gut 17,5 Jahre unter dem Bevölkerungsdurchschnitt.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Dazu gehören körperliche Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme, die bei Betroffenen oft stärker ausgeprägt sind. Hinzu kommen soziale Faktoren: Isolation, Arbeitslosigkeit oder ein eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung spielen eine Rolle. Auch das Risiko für Suchterkrankungen oder Suizid ist bei schweren Psychosen erhöht.

Dennoch: Eine frühe Diagnose, konsequente Therapie und eine gute psychosoziale Unterstützung können die Lebensqualität und auch die Lebenserwartung deutlich verbessern. Viele Betroffene führen über Jahre stabile, erfüllte Leben – mit Behandlung, aber auch mit Rückfällen, die bewältigt werden müssen.

Die Zahl aus dem Jahr 2011, die im Deutschen Ärzteblatt zitiert wurde, macht klar: Psychische Erkrankungen dürfen nicht unterschätzt werden. Doch sie zeigen auch, wie wichtig eine ganzheitliche Versorgung ist – nicht nur für die Seele, sondern auch für den Körper.

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