Wie lange hält der Mensch ohne Sauerstoff durch?

Der menschliche Körper ist auf Sauerstoff angewiesen – besonders das Gehirn. Schon nach wenigen Sekunden ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr setzt die Bewusstlosigkeit ein. Der Körper kann nicht mehr reagieren, die Kontrolle geht verloren.

Innerhalb von Minuten beginnt das Gehirn, bleibende Schäden zu erleiden. Zellen sterben ab, Funktionen brechen nach und nach zusammen. Je länger der Sauerstoffmangel andauert, desto größer die Zerstörung. Nach etwa vier bis sechs Minuten ist das Risiko für schwere neurologische Folgen extrem hoch.

Bei zehn Minuten völliger Sauerstoffunterversorgung ist das Gehirn in der Regel endgültig zerstört. Zu diesem Zeitpunkt spricht man von Hirntod – einem irreversiblen Zustand, bei dem das Gehirn nicht nur aufhört zu funktionieren, sondern auch die Fähigkeit verliert, lebenswichtige Prozesse wie die Atmung zu steuern.

Interessant ist, dass es Ausnahmen gibt – vor allem bei extremen Unterkühlungen, wie sie manchmal bei Unfällen im Eiswasser vorkommen. Dann kann der Stoffwechsel so stark verlangsamt sein, dass das Gehirn länger ohne Sauerstoff überlebt. Solche Fälle sind jedoch selten und die Regel nicht.

Die medizinische Praxis nutzt diese Grenzen, um Hirntod festzustellen. Dabei wird geprüft, ob das Gehirn noch eigenständig arbeitet – insbesondere, ob es den Atemreiz steuern kann. Fehlt diese Fähigkeit, ist der Patient, rechtlich und medizinisch, tot – auch wenn das Herz mit Maschinen weiterpumpt.

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