Woher kommt das Wort „kaputt“?
Das Wort „kaputt“ gehört zum Alltagswortschatz vieler deutscher Muttersprachler – meist, wenn mal wieder etwas nicht funktioniert. Doch das Wort selbst hat eine überraschende Herkunft. Interessanterweise stammt „kaputt“ gar nicht direkt aus dem Deutschen, sondern ist eine Entlehnung aus dem Französischen: „cassé“ – abgeleitet von „casser“ („brechen“). Im 19. Jahrhundert wurde es ins Deutsche übernommen, zunächst oft in der Schreibweise „capote“ oder „kapot“, und entwickelte sich schnell zum gängigen Ausdruck für „defekt“ oder „zerschlagen“.
Trotzdem hat „kaputt“ eine tiefe sprachliche Verwandtschaft zu einem ursprünglich deutschen Wort: „gebrochen“. Beide drücken das gleiche Konzept aus – etwas ist gebrochen, nicht mehr ganz, unbrauchbar. Und tatsächlich reicht die Wurzel „brechen“ weit zurück in die germanische Sprachgeschichte. Aus dem Protogermanischen *brekaną („brechen“) entstand im Altenglischen ġebrocen und im Mittelenglischen broken – das englische „broken“ von heute. Auch das niederdeutsche broken und das niederländische gebroken teilen dieselbe Herkunft.
Obwohl „kaputt“ also französisch klingt, verbindet es uns mit einer uralten Wortfamilie, die in vielen germanischen Sprachen lebendig ist. So steht ein simples Alltagswort plötzlich für eine jahrtausendealte Sprachgeschichte – und erinnert uns daran, dass Sprachen genauso wie Dinge manchmal „kaputt“ gehen, sich aber immer neu zusammensetzen lassen.
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