Wie schreibt man „zeit seines Lebens“ richtig?

Die Schreibweise von „zeit seines Lebens“ bereitet vielen Unsicherheit – und das zu Recht. Denn hier kommt es auf die Funktion im Satz an. Wenn „zeit“ mit Genitiv folgt (wie „seines Lebens“), handelt es sich um eine präpositionale Wendung, und das Wort „zeit“ wird kleingeschrieben. Ein Beispiel: Er blieb zeit seines Lebens ein Träumer. In diesem Fall ersetzt die Kleinschreibung das alte „zur Zeit“, das heute veraltet ist.

Ganz anders sieht es bei „zeitlebens“ aus. Hier liegt ein zusammengesetztes Adverb vor, das sich aus „Zeit“ und „lebens“ (eigentlich „seines Lebens“ verkürzt) zusammensetzt. In diesem Fall wird das Wort zusammengeschrieben und mit Großbuchstaben beginnend: zeitlebens. Man sagt dann etwa: Sie haben zeitlebens schwer gearbeitet. Diese Form ist etwas formeller und heute seltener, aber durchaus korrekt.

Die Unterscheidung mag klein erscheinen, macht aber einen großen Unterschied in der Grammatik. Während „zeit seines Lebens“ aus einer alten präpositionalen Konstruktion entstanden ist, entwickelte sich „zeitlebens“ aus der Adverbialbildung heraus. Wer unsicher ist, kann prüfen, ob das Wort allein steht oder mit Genitiv verbunden ist. Steht ein Genitiv wie „ihres Lebens“ daneben, schreibt man „zeit“ kleiner. Steht nichts daneben und das Wort steht für sich, bleibt es „zeitlebens“ – groß und zusammengesetzt.

So einfach kann Rechtschreibung sein – wenn man die kleinen Feinheiten kennt.

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