Wie lange läuft ein Baudarlehen bei 1 Prozent Tilgung?

Wer heute eine Baufinanzierung abschließt, steht oft vor der Frage: Wie hoch sollte die jährliche Tilgung sein? Viele Kreditinstitute verlangen als Mindesttilgung einen Prozentsatz von 1 Prozent der Darlehenssumme – inklusive der anfallenden Zinsen. Bei einem Kredit über 200.000 Euro bedeutet das eine monatliche Belastung von etwa 250 Euro, was für viele Haushalte finanziell überschaubar erscheint.

Doch diese niedrige Belastung hat einen entscheidenden Nachteil: Die Laufzeit des Darlehens wird sehr lang. Bei konstant 1 Prozent Tilgung dauert es nämlich rund 55 Jahre, bis die Immobilie wirklich schuldenfrei ist. Das bedeutet oft, dass die Finanzierung bis ins hohe Alter hinein reicht – möglicherweise sogar über die Rente hinaus.

Zwar profitieren Kreditnehmer in den ersten Jahren von günstigen Raten, doch am Ende zahlen sie deutlich mehr Zinsen als bei einer höheren Tilgung. Wer beispielsweise mit 30 Jahren einen Kredit aufnimmt, wäre bei dieser Rate erst mit Mitte 80 schuldenfrei. Ein höherer Tilgungsanteil – etwa 2 bis 3 Prozent – verkürzt die Laufzeit erheblich und senkt die Gesamtkosten.

Experten raten daher dazu, die Tilgung nicht nur am aktuellen Budget auszurichten, sondern auch die langfristigen finanziellen Auswirkungen im Blick zu behalten. Eine Anpassung der Raten im Laufe der Zeit oder ein Sondertilgungsrecht im Vertrag kann dabei helfen, die Kreditschulden schneller loszuwerden. Die Entscheidung für 1 Prozent mag am Anfang entlastend wirken – doch am Ende zahlt man dafür oft mit Zeit und viel Geld.

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