Wie merke ich, dass ich an Borderline leide?

Die Frage, ob man an einer Borderline-Störung leiden könnte, stellt sich oft erst, wenn bestimmte Muster im Leben immer wieder zu Krisen führen. Wer unter anhaltender innerer Anspannung leidet, häufig extreme Wutausbrüche hat oder sich selbst als aggressiv wahrnimmt, sollte aufhorchen. Solche emotionalen Extremerfahrungen können ein Hinweis sein – besonders, wenn sie mit einer tiefen Angst vor Verlassenheit einhergehen.

Viele Betroffene berichten von einer Art „Achterbahn der Gefühle“: Einerseits sehnen sie sich intensiv nach Nähe und Zuneigung, andererseits fürchten sie genau diese Nähe – aus Angst, verletzt oder enttäuscht zu werden. Das macht es schwer, stabile Beziehungen aufzubauen oder langfristig zu halten. Beziehungen können wechselhaft sein: von idealisierend bis abwertend, je nach emotionaler Verfassung.

Weitere Warnzeichen sind paranoide Gedanken, etwa das Gefühl, von anderen bedroht oder beobachtet zu werden, ohne dass dafür ein realer Grund besteht. Manche erleben auch dissoziative Momente, bei denen sie sich fremd, abgespalten oder wie in einem Traum fühlen. Das kann dazu führen, dass man sich selbst oder der Umwelt nicht mehr ganz vertraut.

Wichtig ist: Eine Diagnose sollte immer ein erfahrener Psychiater oder Psychotherapeut stellen. Viele Symptome von Borderline-Verhalten ähneln anderen psychischen Erkrankungen. Doch mit der richtigen Unterstützung – etwa durch verhaltenstherapeutische Behandlung wie DBT – ist eine deutliche Besserung möglich. Erste Schritte sind Aufklärung und der Mut, Hilfe zu suchen.

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