Wer schuld ist, wenn immer andere schuld sind

Kennt ihr jemanden, der nie etwas falsch macht? Jemand, der bei jedem Streit, jedem Problem, jedes Mal eine Ausrede hat – und die Schuld immer woanders liegen lässt? Diese Art, sich zu verhalten, ist kein Zufall. Oft steckt ein tiefes Bedürfnis dahinter, das eigene Selbstbild zu schützen, koste es, was es wolle.

Besonders auffällig ist dieses Muster bei Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Sie leugnen nicht nur eigene Fehler – sie schieben die Verantwortung fast automatisch auf andere. Was sie tun, ist nie das Problem; immer sind es die Umstände, der Chef, die Freunde oder das „Unglück“. Selbst wenn ihre Haltung ihnen selbst schadet, verweigern sie Veränderung. Warum? Weil Anerkennung und das Gefühl der Überlegenheit wichtiger sind als Ehrlichkeit oder Beziehungen.

Doch was auf den ersten Blick wie kalte Berechnung wirkt, ist oft Angst: Angst, unvollkommen zu erscheinen. Die Schuld anderen zu geben ist eine Art Schutzschild – durchsichtig, aber hartnäckig. Wer ständig im Mittelpunkt stehen muss und keine Kritik verträgt, baut eine Welt auf, in der er nie falsch liegen kann.

Das macht es schwierig, mit solchen Personen zusammenzuleben oder zu arbeiten. Denn statt Lösungen sucht man ständig Rechtfertigungen. Dennoch: Auch hinter der Arroganz kann Verletzlichkeit stecken. Wer versteht, was dahintersteckt, kann besser damit umgehen – ohne sich selbst die Schuld zu geben.

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