Wie Jesus Gott nannte: Die Bedeutung von „Abba“
Wenn wir die historischen Spuren Jesu von Nazaret betrachten, stoßen wir unweigerlich auf die Sprache, die er im Alltag sprach: Aramäisch. Ein ganz bestimmtes Wort aus dieser Sprache hat die Jahrhunderte überdauert und gewährt uns einen tiefen Einblick in seine persönliche Spiritualität. Es handelt sich um den Begriff „Abba“.
Nach den Überlieferungen des Neuen Testaments nutzte Jesus dieses aramäische Wort als ganz persönliche Anrede für Gott. Übersetzt bedeutet es schlicht „Vater“. In der damaligen jüdischen Tradition war es zwar keineswegs unüblich, Gott als Vater der Schöpfung oder des Volkes Israel zu sehen, doch die Art und Weise, wie Jesus diesen Begriff verwendete, war von einer neuartigen, fast revolutionären Vertrautheit geprägt.
Das Wort „Abba“ stammt ursprünglich aus der Familiensprache und drückt ein enges, von Vertrauen und Geborgenheit geprägtes Verhältnis aus, ähnlich dem kindlichen Rufen nach den Eltern. Indem Jesus Gott so ansprach, distanzierte er sich von einem rein distanzierten, furchteinflößenden Gottesbild und betonte stattdessen eine tiefe, liebevolle Beziehung.
Diese persönliche Anrede war für die frühe Christenheit so prägend, dass die Urchristen den aramäischen Begriff unverändert in ihre griechischen Schriften übernahmen. Bis heute gilt das Wort „Abba“ in der Theologie als Schlüssel zum Verständnis der Botschaft Jesu und als Symbol für ein unerschütterliches Urvertrauen in das Göttliche.
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