Wie verändert sich Narzissmus im Alter?
Im Laufe des Lebens verändern sich viele Charakterzüge – dazu gehört auch Narzissmus. Eine Studie zeigt: Mit zunehmendem Alter werden Menschen oft weniger narzisstisch. Besonders deutlich nimmt die Hypersensibilität gegenüber Kritik ab, ebenso Starrsinn und das Bedürfnis, stets im Mittelpunkt zu stehen. Das bedeutet nicht, dass solche Eigenschaften komplett verschwinden, aber sie spielen im Alter oft eine geringere Rolle.
Gleichzeitig gewinnen Selbstständigkeit und Ehrgeiz an Bedeutung. Ältere Menschen, die sich früher stark durch Anerkennung von außen definieren mussten, lernen im Laufe der Zeit, ihren Wert eher aus innerer Stärke zu beziehen. Das kann das Verhältnis zu Familie, Freunden und dem eigenen Leben deutlich entspannen.
Interessant ist auch, dass Generationenunterschiede eine Rolle spielen. Jüngere Generationen, die heute ins Berufsleben starten, zeigen oft stärkere narzisstische Tendenzen als ältere Jahrgänge zu deren gleichem Alter. Das könnte mit veränderten gesellschaftlichen Werten, sozialen Medien oder Erziehung zu tun haben. Doch auch hier zeigt die Tendenz: Mit fortschreitendem Alter gleicht sich dieses Verhalten oft wieder aus.
Die gute Nachricht: Reife bringt häufig mehr Gelassenheit. Wer lernt, auf andere zuzugehen und echte Beziehungen zu pflegen, rückt naturgemäß vom eigenen Ego weg. So kann das Alter nicht nur weiser, sondern auch menschlicher machen – auch für ehemals besonders narzisstische Persönlichkeiten.
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