Die faszinierende Fortpflanzung des Oktopus

Die Fortpflanzung bei Oktopussen ist ein einmaliges, beeindruckendes Ereignis – im wahrsten Sinne des Wortes. Jeder Oktopus pflanzt sich nur ein einziges Mal im Leben fort, danach stirbt er. Das macht ihr Verhalten besonders intensiv und geheimnisvoll.

Der Männchen nutzt einen seiner Arme – den sogenannten hektokotylus –, um eine Samenhülse an das Weibchen zu übergeben. Nach dieser Paarung stirbt das Männchen innerhalb kurzer Zeit. Das Weibchen hingegen übernimmt die verantwortungsvolle Aufgabe, die Eier zu beschützen. Je nach Art legt sie Tausende, manchmal sogar Hunderttausende Eier – versteckt in Höhlen, Felsspalten oder kunstvoll gebauten Steinnestern.

Wochen bis Monate verharrt das Weibchen dann fast ununterbrochen an der Seite ihrer Eier. Es wacht über sie, reinigt sie von Algen und Vögeln, und opfert dabei sogar die eigene Nahrungsaufnahme. Es füttert sich kaum noch und stirbt oft kurz nach dem Schlüpfen der Jungtiere – eine letzte, lebenswichtige Geste für den Fortbestand der Art.

Die kleinen Oktopoden schwimmen nach dem Schlüpfen zunächst als planktische Larven durch das Meer, bevor sie sich an das Leben am Meeresboden anpassen. Ihre Eltern haben sie nie kennengelernt – und doch hat jeder von ihnen einen erstaunlichen, einmaligen Lebenszyklus durchlebt, der bis heute Forscher fasziniert.

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