Erste Jungfernzeugung bei Krokodilen entdeckt

Können sich Krokodile ohne Männchen fortpflanzen? Laut einer überraschenden Entdeckung aus dem Jahr 2023: Ja, zumindest unter ganz besonderen Umständen. Forschende beobachteten erstmals ein Phänomen namens Parthenogenese bei Krokodilen – also die sogenannte „Jungfernzeugung“. Dabei entwickelt sich ein Embryo ohne Befruchtung durch ein männliches Tier. Bei einer Weiblichen in einem Zoo in den USA, die jahrelang ohne Kontakt zu Männchen lebte, schlüpfte ein Jungtier – völlig unerwartet.

Parthenogenese ist in der Tierwelt nicht völlig unbekannt. Bei manchen Insekten, Schlangen oder Echsen kommt sie vor, vor allem wenn Männchen fehlen. Doch bei Krokodilen galt das bisher als ausgeschlossen. Schließlich sind sie evolutionär eng mit Vögeln verwandt – und bei beiden Gruppen war eine solche Fortpflanzung bislang nicht dokumentiert. Umso verblüffender war die Entdeckung: Genetische Analysen bestätigten, dass das Junge tatsächlich nur mütterliche Erbanlagen besitzt.

Experten sind nun aufmerksam geworden. „Das wirft neue Fragen auf“, sagt eine Biologin, die an der Studie beteiligt war. „Wie oft könnte das in freier Wildbahn vorkommen? Und was bedeutet das für den Artenschutz?“ Besonders bei bedrohten Arten könnte diese Fähigkeit eine letzte Rettung sein – wenn Populationen so klein sind, dass Männchen knapp werden.

Die Entdeckung zeigt einmal mehr, wie erstaunlich die Natur ist. Ein Tier, das jahrhundertelang als rein sexuell fortpflanzend galt, entpuppt sich plötzlich als flexibler als gedacht. Und wer weiß – vielleicht hat das Krokodil noch mehr verblüffende Tricks auf Lager.

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