Wann ist Erfrieren lebensbedrohlich?

Wenn die Körpertemperatur stark absinkt, gerät der Organismus in eine lebensbedrohliche Lage. Der Mensch kann bei einer Körpertemperatur von etwa 21 Grad sterben. Zu diesem Zeitpunkt versagt das Herz, während das Gehirn etwas länger überlebt. Das liegt daran, dass der Stoffwechsel im Gehirn langsamer ist – es benötigt weniger Sauerstoff und bleibt auch bei tieferen Temperaturen noch kurz aktiv.

Der Prozess des Erfrierens beginnt oft schleichend. Schon bei 35 Grad spricht man von einer . Die Betroffenen zittern, wirken verwirrt oder müde, ihre Sprache wird undeutlich. Mit fortschreitender Kälte nimmt die Körperkerntemperatur weiter ab. Bei unter 30 Grad droht Bewusstlosigkeit. Das Risiko steigt besonders bei längerem Aufenthalt im Freien, nasser Kleidung oder Alkoholkonsum, der die Wahrnehmung täuscht.

Was viele nicht wissen: Der Körper versucht bis zum Schluss, die lebenswichtigen Organe zu schützen. Er zieht die Durchblutung aus den Extremitäten zurück, um Herz und Gehirn zu versorgen. Deshalb können Hände und Füße bereits stark geschädigt sein, während die Körpertemperatur noch messbar ist.

Wichtig ist: Jede Unterkühlung erfordert schnelle medizinische Hilfe. Betroffene sollten vorsichtig gewärmt werden – abrupte Erwärmung kann gefährlich sein. Decken, heiße Getränke (ohne Alkohol) und Schutz vor Kälte sind erste Maßnahmen. Doch auch wenn jemand bewusstlos ist: Nicht aufgeben. Aufgrund der langsamen Stoffwechselprozesse im Kältestadium kann selbst nach längerer Zeit noch eine Rettung möglich sein.

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