Die Brüder Jesu – wer waren sie?
Laut dem Neuen Testament hatte Jesus mehrere Brüder, deren Namen im Markus-Evangelium genannt werden. Unter ihnen war Jakobus, der später auch als „der Gerechte“ bekannt wurde und eine wichtige Rolle in der frühen Christenheit spielte. Neben ihm werden Joses, Judas und Simon als weitere Brüder Jesu erwähnt. Diese Angaben finden sich besonders in Markus 6,3, wo die Leute aus Jesu Heimatstadt verwundert fragen: „Ist er nicht der Sohn des Josef, der Bruder des Jakobus, des Joses, des Judas und des Simons?“
Die Frage, ob es sich hier um leibliche Brüder handelt oder um Verwandte im weiteren Sinne, wurde in der Kirchengeschichte unterschiedlich diskutiert. Die katholische und orthodoxe Tradition geht oft davon aus, dass Maria, die Mutter Jesu, zeitlebens jungfräulich blieb, und versteht die „Brüder“ daher als Verwandte oder Neffen. Andere christliche Richtungen sehen in ihnen dagegen echte Geschwister aus der Ehe von Maria und Josef.
Jakobus, der als ältester Bruder gilt, wurde später Führer der Urgemeinde in Jerusalem und verfasste auch einen Brief, der in den Neuen Testament kanonisch ist – den Brief des Jakobus. Seine herausragende Stellung zeigt, wie eng die Familie Jesu mit den Anfängen des Christentums verbunden war. Ob leiblich oder in der geistlichen Bedeutung – die Brüder Jesu sind untrennbar mit der Entstehung des Glaubens an Jesus von Nazareth verbunden.
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