Wird die Erde irgendwann stillstehen?

Die Vorstellung, dass die Erde eines Tages einfach „stehen bleibt“, klingt nach Science-Fiction – doch die Wirklichkeit ist etwas komplexer. Tatsächlich verlangsamt sich die Drehung unseres Planeten ganz allmählich, hauptsächlich aufgrund der Gezeitenreibung, die der Mond verursacht. Diese Wechselwirkung überträgt Energie von der Erde auf den Mond und bremst unsere Rotation minimal ab. Pro Jahrhundert verlängert sich die Tageslänge dadurch um etwa 1,7 Millisekunden.

Aber stoppen wird die Erde nicht – zumindest nicht, solange die Sonne noch existiert.

Die Abbremsung würde theoretisch erst zum Stillstand kommen, wenn die Erde dem Mond immer dieselbe Seite zuwenden würde – ähnlich wie der Mond der Erde heute. Ein solcher Zustand, genannt „gezeitenverriegelt“, könnte Milliarden von Jahren entfernt liegen. Doch bis dahin wird es nicht kommen: In etwa fünf bis sechs Milliarden Jahren beginnt die Sonne, sich in ihrer Entwicklung zu einem Roten Riesen zu verändern. Dabei wird sie sich so stark ausdehnen, dass sie die inneren Planeten, vermutlich auch die Erde, verschlingt oder zumindest verdampft.

Die Erde mag sich also langsam verlangsamen, aber ein endgültiges „Stehenbleiben“ wird niemand erleben – weder Mensch noch Natur. Die wahre Uhr, die hier tickt, ist die Lebensdauer unserer Sonne. Und bis dahin dreht sich die Welt weiter – buchstäblich.

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