Warum sind manche Häuser so hellhörig?

Wer schon einmal das Gefühl hatte, dass die Nachbarn direkt nebenan toben, obwohl sie eigentlich im Stockwerk unter einem wohnen, kennt das Problem der hellhörigen Wände und Decken. Besonders in Mehrfamilienhäusern oder modernen Wohnanlagen ist das ein häufiger Grund für Ärger unter Mietern.

Die Ursache liegt oft in mangelhaften Zwischendecken. Werden diese nicht ausreichend gedämmt oder falsch konstruiert, leiten sie jedes Geräusch wie eine Trommel weiter: Ein simpler Fußtritt, laute Musik, das Rumpeln einer Waschmaschine – alles ist deutlich hörbar. Schlechte Bauqualität oder Kostendruck beim Bauen führen oft dazu, dass Dämmmaterialien zu dünn oder gar fehlend sind.

Ein typisches Beispiel: Eine Familie hört nachts nicht nur, wenn die Nachbarn unten die Tür schließen, sondern sogar, wie sie im Bad husten. Solche Situationen entstehen nicht aus böser Absicht, sondern durch Pfusch am Bau, wie bereits 2011 in verschiedenen Medien berichtet wurde. Selbst harmlose Alltagsgeräusche wirken dann wie Dauerlärm – und das zermürbt auf Dauer.

Was tun? Bei Neubauten sollte auf schallgedämmte Konstruktionen geachtet werden. Bei Bestandswohnungen können nachträgliche Maßnahmen wie schwere Vorhänge, Teppiche oder spezielle Wandverkleidungen helfen – auch wenn sie das Problem nicht komplett lösen. Am besten wäre es, schon beim Bau an die Ruhe zu denken. Denn wer nachts schlafen möchte, sollte nicht das Gefühl haben, auf einer Bühne zu wohnen.

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