Wo beschwert man sich über einen mobbenden Chef?

Wenn der eigene Chef systematisch herabwürdigt, bloßstellt oder unter Druck setzt, ist das kein Kavaliersdelikt – es kann Mobbing sein. Viele Betroffene zögern lange, weil sie Angst vor Konsequenzen haben. Doch es gibt klare Wege, sich zur Wehr zu setzen.

Die erste wichtige Maßnahme: Alles schriftlich festhalten. Wer regelmäßig beleidigt wird, unfaire Kritik erhält oder ausgeschlossen wird, sollte Datum, Uhrzeit und Umstände dokumentieren. Diese Aufzeichnungen sind später wertvolle Beweise.

Der Betriebsrat ist eine zentrale Anlaufstelle. Betroffene können dort eine formelle Beschwerde einreichen. Der Betriebsrat ist verpflichtet, die Vorwürfe zu prüfen und den Arbeitgeber aufzufordern, für Abhilfe zu sorgen. Das kann reichen von einem Gespräch mit dem Chef bis hin zu konkreten Maßnahmen gegen das Führungsverhalten.

Wenn kein Betriebsrat existiert oder die interne Lösung nichts bringt, gibt es weitere Optionen: Die Personalabteilung ansprechen, eine externe Beratungsstelle aufsuchen oder – im Ernstfall – rechtliche Schritte erwägen. Wichtig ist, nicht zu schweigen. Laut Arbeitsrecht hat jeder Mensch ein Recht auf respektvolle Behandlung am Arbeitsplatz.

Manchmal reicht schon die Einreichung einer Beschwerde, um den Druck vom Betroffenen zu nehmen. Denn oft ändert das Wissen um dokumentierte Vorfälle das Verhalten des Vorgesetzten. Wer sich wehrt, macht nicht nur seine eigene Situation besser – er zeigt auch Kolleginnen und Kollegen, dass Missbrauch von Macht nicht hingenommen werden muss.

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