Die Mandarinente – ein exotischer Gast in Europa

Die Mandarinente stammt ursprünglich aus Ostasien, vor allem aus China, Japan und Russland. Mit ihrem auffälligen, bunten Federkleid wirkt sie wie aus einem Märchen entsprungen. Besonders die Männchen fallen mit ihrem orangeroten Segel auf dem Rücken, den weißen Augenringen und den kunstvoll gezeichneten Federn auf – eine wahre Augenweide im Tierreich.

Was viele nicht wissen: In freier Wildbahn lebt die Mandarinente heute auch in Europa – doch das ist kein natürliches Vorkommen. Die Tiere wurden ursprünglich als Ziervögel in Parks und Gärten gehalten. Im Laufe der Zeit entkamen einige oder wurden ausgesetzt, fanden Gefallen an unseren Flüssen, Seen und Auen und vermehrten sich. So entstanden kleine, stabile Populationen, vor allem in Großbritannien, aber auch in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden.

Heute kann man die Mandarinente an ruhigen Gewässern beobachten, oft in Begleitung von Stockenten oder Höckerschwänen. Sie bevorzugt lichte Auenwälder mit alten Bäumen, da sie – anders als viele Entenarten – in Baumhöhlen brütet. Ihre Nahrung besteht aus Pflanzenteilen, Samen, Insekten und kleinen Wasserkreaturen.

Obwohl sie hierzulande kein echter „Einheimischer“ ist, hat sich die Mandarinente zu einem beliebten und geschätzten Gast entwickelt. Wer sie einmal im Sonnenlicht am Ufer sitzen sieht, mit glänzendem Gefieder und stolzer Haltung, der versteht schnell, warum sie oft als die schönste Ente der Welt bezeichnet wird.

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