Die Milz (lateinisch Splen oder Lien) ist eines der faszinierendsten und gleichzeitig oft unterschätzten Organe des menschlichen Körpers. Sie liegt geschützt im linken oberen Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell und erfüllt lebenswichtige Aufgaben in unserem Immun- und Gefäßsystem.
Die Aufgaben der Milz: Ein unsichtbarer Schutzwall
Bevor man verstehen kann, was der Milz schadet oder sie "kaputt" machen kann, muss man sich ihre Hauptfunktionen vor Augen führen:
Filterfunktion (Blutreinigung): Die Milz filtert täglich das gesamte Blut unseres Körpers. Sie erkennt gealterte oder beschädigte rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und baut diese ab. Zudem fischt sie Krankheitserreger und Fremdkörper heraus.
Immunabwehr: Sie ist ein zentrales Organ des lymphatischen Systems. Hier reifen bestimmte weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) heran, und es werden Antikörper produziert, die Infektionen bekämpfen.
Blutspeicherung: Die Milz speichert Blutplättchen (Thrombozyten) und in geringerem Maße rote Blutkörperchen, die bei Bedarf – etwa bei akutem Blutverlust – ins Kreislaufsystem abgegeben werden können.
Was schadet der Milz? Mechanische Einwirkungen und Traumata
Wenn von einer akuten Schädigung der Milz die Rede ist, handelt es sich meist um ein Milztrauma. Aufgrund ihrer weichen Konsistenz, ihrer starken Durchblutung und ihrer exponierten Lage im linken Oberbauch ist sie bei stumpfen Bauchverletzungen besonders gefährdet.
1. Sport- und Verkehrsunfälle
Stürze beim Fahrradfahren, Skifahren oder Kontaktsportarten (wie Rugby oder Kampfsport) können zu einer Milzruptur (Milzriss) führen. Dabei reißt das Gewebe oder die feine Kapsel, die das Organ umgibt. Da die Milz extrem gut durchblutet ist, kann ein Riss zu lebensgefährlichen inneren Blutungen in die Bauchhöhle führen.
2. Medizinische Eingriffe (Iatrogene Schäden)
Gelegentlich kann die Milz auch bei Operationen im Bauchraum (beispielsweise am Magen oder Dickdarm) versehentlich verletzt werden, was in manchen Fällen eine sofortige chirurgische Versorgung oder Entfernung (Splenektomie) erforderlich macht.
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