Die ersten Amerikaner: Alte Knochen, neue Erkenntnisse

Woher kamen die ersten Menschen in die amerikanischen Kontinente? Lange Zeit war die gängige Meinung, dass die ersten Siedler vor etwa 13.000 Jahren über die damals trockenfallende Beringstraße aus Nordostasien nach Alaska wanderten. Doch neue Funde werfen diese Annahme zunehmend in Frage.

Ein spektakulärer Knochenfund in einer Höhle im Süden Mexikos deutet darauf hin, dass Menschen schon vor mindestens 15.500 Jahren in Amerika lebten – also deutlich früher, als bisher gedacht. Die Überreste eines riesigen, ausgestorbenen Riesenbisons, der mit menschlichen Werkzeugen in Verbindung steht, stützen diese These. Noch wichtiger: Die Form der Knochen und die genetischen Analysen früher Skelette zeigen eine enge Verbindung zu Populationen in Sibirien und Ostasien.

Das bedeutet: Die ersten Amerikaner waren wahrscheinlich keine isolierte Gruppe, sondern Teil einer größeren Wanderung über die Beringlandbrücke – allerdings viel früher, als lange angenommen. Archäologen vermuten nun, dass diese Menschen entlang der Küsten oder durch schmale Eisfreiräume im Norden vordrangen, bis sie sich schließlich über Nord- und Südamerika verteilten.

Fundstellen wie die in Mexiko oder auch in Chile und Pennsylvania zeigen, dass die Geschichte der Besiedlung Amerikas komplexer ist, als Lehrbücher lange vermuteten. Jeder neue Knochen, jedes Werkzeug aus Stein schiebt das Bild unserer Vorfahren ein Stück weiter – und bringt uns der Wahrheit näher.

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