Chronisches Fatigue: Mehr als nur Müdigkeit

Wenn von Fatigue die Rede ist, denken viele an alltägliche Müdigkeit. Doch bei Myalgischer Enzephalomyelitis (ME) oder Chronischem Fatigue Syndrom (CFS) handelt es sich um eine schwerwiegende, neuroimmunologische Erkrankung – weit mehr als nur Erschöpfung nach einem langen Tag. Betroffene leiden unter extremer, dauerhafter Erschöpfung, die nicht durch Schlaf verschwindet und durch körperliche oder geistige Aktivität oft noch verschlimmert wird.

ME/CFS kann zu einer erheblichen körperlichen Behinderung führen, die das tägliche Leben stark einschränkt. Viele Betroffene sind nicht in der Lage, einen normales Arbeitsalltag zu bewältigen, haben Schwierigkeiten mit grundlegenden Alltagsaktivitäten oder sind sogar an das Bett gefesselt. Die Symptome reichen von Muskelschmerzen und Konzentrationsstörungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Lichtempfindlichkeit.

Ob ME/CFS als Schwerbehinderung anerkannt wird, hängt von der individuellen Situation ab. In Deutschland kann eine Schwerbehindertenausweis beantragt werden, wenn die Beeinträchtigung gravierend und langfristig ist. Der Grad der Behinderung (GdB) wird ärztlich geprüft – bei schweren Fällen von ME/CFS werden oft Werte über 50 festgestellt, was der Stufe einer Schwerbehinderung entspricht.

Dennoch bleibt die Anerkennung oft eine Hürde: Da die Erkrankung von außen kaum sichtbar ist, wird ihr Leid häufig unterschätzt. Aufklärung und medizinische Unterstützung sind deshalb entscheidend. Weitere Informationen zu Diagnose, Behandlung und Selbsthilfe gibt es unter mecfs.de, einer wichtigen Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige.

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