Woher kommt der Würgereiz?

Der Würgereiz, auch Würgreflex genannt, ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. Er soll verhindern, dass Fremdkörper in die Atemwege gelangen. Doch wo genau entsteht dieser Reflex, und warum reagiert unser Körper so empfindlich?

Der Auslöser sitzt vor allem im Rachenbereich. Wenn bestimmte Stellen – vor allem der Zungengrund und die Gaumenbögen am weichen Gaumen – berührt werden, schlägt der Körper Alarm. Überraschenderweise ist das oft sichtbare Zäpfchen (Uvula) nicht der Hauptverantwortliche, wie viele annehmen. Stattdessen sorgen sensible Nervenendungen dafür, dass der Körper blitzschnell reagiert.

Die Steuerung erfolgt über zwei wichtige Hirnnerven: den Nervus glossopharyngeus (Glossopharyngeusnerv) und den Nervus vagus (Vagusnerv). Sie leiten die Berührungssignale aus dem Rachenbereich zum Gehirn weiter, das sofort die entsprechende Abwehrreaktion – das Würgen – auslöst. So wird verhindert, dass etwas Gefährliches tiefer in die Atemwege eindringt.

Dieser Reflex ist besonders ausgeprägt bei empfindlichen Menschen, etwa beim Zähneputzen oder beim Trinken bestimmter Getränke. Bei manchen lässt sich der Würgereiz mit der Zeit abschwächen, etwa durch gezielte Gewöhnung – etwa bei Zahnärzten oder Sprechtherapeuten. Doch grundsätzlich ist er ein wichtiger Schutz, auf den wir – meist unbemerkt – täglich angewiesen sind.

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