Die überraschende Herkunft des Wortes „kaputt“

Das Wort „kaputt“ gehört fest zum deutschen Alltagsvokabular – egal ob der Kaffeeautomat nicht mehr funktioniert oder das Handy endgültig den Geist aufgibt. Doch woher kommt dieses scheinbar so typisch deutsche Schimpfwort für defekte Dinge?

Die Antwort verbirgt sich tief in der Sprachgeschichte. „Kaputt“ leitet sich vom lateinischen Wort „caput“ ab, das ursprünglich „Kopf“ bedeutet. Doch wie kommt man vom Kopf zur Zerstörung?

Der Weg führt über das Französische. Im 18. Jahrhundert übernahm das Militär den Ausdruck „à caput“ – wörtlich „am Kopf“ – im Sinne von „am Bug“ eines Schiffes. Damals wurden Manöver wie „à caput“ oder „à capot“ (um den Bug herum) im Seemannsjargon verwendet. Mit der Zeit veränderte sich die Bedeutung: „capot“ im Französischen, später auch im Italienischen „capotto“, bedeutete schließlich „Niederlage“ oder „komplett unterlegen“ – so wie beim Kartenspiel, wo ein Spieler alle Stiche verliert.

Über das Militär und den Soldatenjargon gelangte der Begriff ins Deutsche. Aus „capot“ wurde „kaputt“, und ab dem 19. Jahrhundert war es fest etabliert: Etwas war nicht nur defekt – es war endgültig hinüber. Heute sagen wir ganz selbstverständlich „Mein Handy ist kaputt“ – ohne zu ahnen, dass wir dabei indirekt vom lateinischen „Kopf“ sprechen.

So zeigt sich wieder einmal: Hinter einem simplen Alltagswort kann eine ganze Geschichte aus Krieg, Seefahrt und Sprachwandel stecken.

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