Die überraschende Herkunft von „kaputt“

Das Wort „kaputt“ gehört heute zum festen Bestandteil des deutschen Alltags. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendetwas „kaputt“ ist – sei es das Handy, das Fahrrad oder einfach nur die Laune. Doch woher kommt dieses allgegenwärtige Wort eigentlich?

Überraschenderweise liegt seine Wurzel nicht im Deutschen, sondern im Lateinischen. Es leitet sich vom Wort „caput“ ab, das ursprünglich „Kopf“ oder „Haupt“ bedeutet. Doch wie kommt man von „Haupt“ zu „defekt“?

Die Verbindung entstand über die Seefahrt. Im Lateinischen bezeichnete „caput“ auch das Vorderteil eines Schiffes, also den Bug. War dieser beschädigt, war das Schiff oft nicht mehr manövrierfähig – es war buchstäblich „am Kopf verletzt“. Auf Jiddisch wurde aus „kaput“ dann ein Ausdruck für „zerstört“ oder „unbrauchbar“, und über das Jiddische gelangte das Wort ins Deutsche.

Im 19. Jahrhundert wurde „kaputt“ schließlich im gesamten deutschen Sprachraum populär. Heute ist es aus dem Wortschatz nicht mehr wegzudenken – egal ob beim kaputten Kühlschrank, der kaputten Beziehung oder dem kaputten Akku.

So zeigt sich wieder einmal: Manche alltägliche Wörter haben eine Geschichte, die viel weiter reicht, als man auf den ersten Blick denkt. Aus einem lateinischen „Haupt“ wurde ein deutsches Synonym für „nicht mehr funktionsfähig“ – und das ganz ohne technische Fachsprache.

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