Die faszinierende Sprachgeschichte unseres Riechorgans
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie die Menschen vor vielen Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden das Wort für unser zentrales Riech- und Atmungsorgan im Gesicht verwendet haben?
Die germanischen und althochdeutschen Wurzeln
Geht man in der deutschen Sprachgeschichte ein paar Schritte zurück, so findet man im Mittelhochdeutschen (ungefähr zwischen 1050 und 1350 n. Chr.) bereits die Form nase.
Schon in dieser Epoche bezeichnete das Wort exakt dasselbe Körperteil wie heute. Die Lautversorger und Sprachforscher erkennen hierbei eine direkte Abstammung aus dem Germanischen. Die germanische Grundform wird in der Rekonstruktion der Sprachwissenschaft als nasō oder nas- geführt.
Der Weg in die indogermanische Ursprache
Doch die Reise der Sprache endet beim Germanischen noch lange nicht. Verfolgt man den Ursprung weiter zurück, gelangt man zur indogermanischen (auch indoeuropäischen) Ursprache, der gemeinsamen Mutter vieler moderner europäischer und asiatischer Sprachen.
In dieser ursprünglichen Sprachschicht lässt sich die Wurzel auf das indogermanische nas- zurückführen.
Im Lateinischen finden wir das Wort nasus (woraus sich im Französischen nez und im Italienischen naso entwickelten).
Im Altindischen (Sanskrit) existieren ähnliche Formen.
Im Englischen heißt es heute nose.
Spannend ist zudem die sprachwissenschaftliche Annahme über die exakte Ur-Bedeutung: Weil in vielen älteren indogermanischen Sprachen Dual- oder Pluralformen überliefert sind (also Formen für Mehrzahl oder Zweiheit), gehen Forscher davon aus, dass das Wort ursprünglich nicht das gesamte äußere Organ meinte, sondern speziell die Nasenlöcher bezeichnete.
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche regionalen Ausdrücke oder alten Mundartwörter für die Nase in verschiedenen Teilen Deutschlands verwendet werden?
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