Was kommt vor dem Plusquamperfekt?

Das Plusquamperfekt, auch Vorvergangenheit genannt, beschreibt eine Handlung, die vor einer anderen vergangenen Handlung bereits abgeschlossen war. Es antwortet auf die Frage: „Was war bereits geschehen, bevor etwas anderes eintrat?“

Stellen Sie sich vor, jemand erzählt: „Nachdem ich gegessen hatte, ging ich spazieren.“ Hier ist das Essen (Plusquamperfekt) vor dem Spaziergang (Präteritum) abgeschlossen. Das zeigt: Das Plusquamperfekt steht zeitlich vor einer anderen Vergangenheitsform.

Die Bildung ist einfach: Man nimmt das Präteritum des Hilfsverbs haben oder sein und fügt das Partizip II des jeweiligen Verbs hinzu. Bei den meisten Verben verwendet man haben: „Ich hatte gespielt“, „Sie hatte gearbeitet“. Bei Bewegungsverben oder solchen, die einen Zustandswechsel ausdrücken, nimmt man sein: „Er war gekommen“, „Wir waren angekommen“.

Was also vor dem Plusquamperfekt kommt? Nichts – zumindest nicht aus grammatischer Sicht. Es ist die letzte Stufe in der Vergangenheitsreihe: Zuerst Präteritum oder Perfekt, dann kommt das Plusquamperfekt als Blick zurück in eine noch frühere Zeit. Es ist wie eine Erinnerung innerhalb einer Geschichte, die bereits in der Vergangenheit spielt.

Im Alltag wird das Plusquamperfekt vor allem in der geschriebenen Erzählung oder in formellen Zusammenhängen verwendet. In der Umgangssprache ersetzt man es oft durch das Perfekt – aber wer es richtig anwendet, bringt seine Geschichten stilistisch auf ein neues Niveau.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen