Das Wort Montag wird in der deutschen Rechtschreibung grundsätzlich großgeschrieben. Diese einfache Grundregel gehört zu den bekanntesten im Bereich der Substantivierung (Nomen-Großschreibung), wirft im redaktionellen Alltag und beim Verfassen von Texten jedoch immer wieder spezifische Fragen auf. Besonders in Kombination mit bestimmten Präpositionen, Tageszeiten oder in adverbialen Wendungen kommt es regelmäßig zu Unsicherheiten.

Um das Thema fundiert zu durchdringen, lohnt sich ein genauer Blick auf die sprachlichen Mechanismen, die hinter der Großschreibung von Wochentagen stehen. In diesem ersten Teil unseres Expertenartikels beleuchten wir die grammatikalischen Grundlagen, typische Zweifelsfälle und die korrekte Anwendung im Satzgefüge.

Die grammatikalische Basis: Wochentage als Nomen

Im Deutschen werden Substantive (Hauptwörter) großgeschrieben. Wochentage wie Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag sind ihrem grammatikalischen Wesen nach Substantive. Sie benennen die sieben Tage einer Kalenderwoche und lassen sich typischerweise mit einem Artikel oder Pronomen versehen (der Montag, dieses Montags, an einem Montag).

Daher gilt die unumstößliche Regel: Steht der Wochentag als Nomen im Satz, wird er großgeschrieben.

  • Beispiel 1: „Der nächste Montag ist ein Feiertag.“

  • Beispiel 2: „Wir sehen uns am Montag.“

Die Rolle des Genitivs (Adverbiale Genitiv-Konstruktionen)

Eine häufige Stolperfalle bilden Ausdrücke, die das Geschehen an einem bestimmten Wochentag beschreiben. Historisch hat sich im Deutschen der Genitiv etabliert, um wiederkehrende Zeitpunkte zu kennzeichnen. Auch hier bleibt die Großschreibung bestehen, allerdings tritt oft ein angehängtes -s hinzu.

  • „Jeden Montag gehe ich zum Sport.“ (Akkusativ mit Artikel/Pronomen)

  • Montags bleibe ich länger im Büro.“ (Adverbialer Genitiv)

Im Fall von montags (kleingeschrieben) handelt es sich um ein Adverb (Umstandswort). Hier greift die Regel für die Kleinschreibung von Tageszeiten und Wochentagen, wenn sie als generische Wiederholung ohne konkretes Bezugsdatum oder als reines Adverb verwendet werden. Dies führt uns direkt zu den feinen Unterscheidungen, die im zweiten Teil unseres Artikels vertieft werden.

Typische Stolperfallen im Alltag

Selbst erfahrene Texterinnen und Texter geraten bei bestimmten Fügungen ins Stocken. Betrachten wir zwei klassische Konstellationen:

  1. Wochentag in Verbindung mit Tageszeiten: Wenn ein Wochentag mit einer Tageszeit kombiniert wird, entsteht oft eine Verbindung aus zwei Nomen. Nach den aktuellen Rechtschreibregeln schreibt man diese getrennt und jeweils groß, sofern es sich um den konkreten Wochentag handelt.

    • Beispiel: „Am Montagabend findet die Konferenz statt.“ (Zusammenschreibung bei festem Begriff) oder „Am Montag am Abend...“

  2. Feste Datumsangaben und Fristen: Handelt es sich um eine konkrete Frist, bleibt der Wochentag ebenfalls groß.

    • Beispiel: „Die Frist endet am kommenden Montag, dem 31. August.“

Die korrekte Beherrschung dieser Groß- und Kleinschreibung verleiht jedem Text die nötige Professionalität und sorgt dafür, dass geschäftliche wie private Korrespondenz frei von vermeidbaren Fehlern bleibt. Im folgenden Abschnitt dieses Artikels widmen wir uns den adverbialen Ausnahmen und den feinen Unterschieden zwischen dem konkreten Wochentag und dem verallgemeinerten Zeitadverb.

Sonderfälle und typische Stolpersteine

Neben der einfachen Grundregel für den Wochentag gibt es in der deutschen Rechtschreibung einige spezifische Kontexte, die im Alltag häufig zu Verwirrung führen. Ein klassisches Beispiel ist die Kleinschreibung des adverbialen Wortes montags mit einem angehängten -s. Wenn Sie ausdrücken möchten, dass sich eine Handlung regelmäßig an jedem ersten Wochentag wiederholt, handelt es sich um ein Adverb (Umstandswort). In Sätzen wie „Ich gehe montags zum Sport“ bleibt das Wort folglich kleingeschrieben.

Wird das Wort hingegen in einer bestimmten Genitiv-Konstruktion mit einem Artikel oder Pronomen verwendet – wie in „Eines Montags traf ich diese Entscheidung“ –, liegt ein substantivierter Genitiv vor, der die Großschreibung verlangt.

Zusammensetzungen und Tageszeiten

Besondere Aufmerksamkeit erfordern Kombinationen aus Wochentagen und Tageszeiten. Treffen zwei Substantive aufeinander, verschmelzen sie im Deutschen in der Regel zu einem einzigen Begriff.

  • Zusammenschreibung: Aus den Nomen „Montag“ und „Abend“ wird das geschlossene Wort Montagabend, welches komplett großgeschrieben wird. Gleiches gilt für Montagmorgen oder Mittwochnachmittag.

  • Getrenntschreibung bei Adverbien: Handelt es sich bei der Zeitangabe um ein reines Adverb wie gestern oder heute, bleibt die Tageszeit ein eigenständiges Substantiv und wird getrennt geschrieben (beispielsweise heute Abend).

Merksatz: Steht der Wochentag als einzelnes Nomen oder als fester Bestandteil in einer Zusammensetzung im Satz, bleibt die Großschreibung stets erhalten.

Mit diesen klaren Unterscheidungen zwischen Substantiv, adverbialer Verwendung und zusammengesetzten Begriffen lässt sich die korrekte Schreibweise im Text problemlos anwenden.

Haben Sie in Ihren eigenen Texten schon einmal Schwierigkeiten mit der genauen Unterscheidung zwischen „montags“ und „Montag“ gehabt?