Cambozola und Gorgonzola – Ein und dasselbe?

Obwohl die Namen sich ähneln, sind Cambozola und Gorgonzola keineswegs das gleiche Produkt. Der erste Eindruck täuscht: Cambozola klingt wie eine Mischung aus Camembert und Gorgonzola, was auch stimmt – zumindest vom Geschmack her. Doch rechtlich gesehen ist es eine ganz andere Geschichte.

Der Name Gorgonzola ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.). Das bedeutet, dass nur Käse aus der Region um Gorgonzola in Norditalien diesen Namen tragen darf. Er ist typisch für seinen kräftigen, leicht schäumigen Geschmack und wird aus Kuhmilch hergestellt. Cambozola hingegen stammt aus Deutschland und ist ein jüngerer Käse, der 1972 von der Firma Altenburger entwickelt wurde. Er verbindet cremige Camembert-artige Rinde mit der samtigen Textur von Gorgonzola – aber ohne die charakteristische Blauschimmel-Adernstruktur des echten italienischen Originals.

Interessant ist, dass es im Jahr 1999 sogar eine juristische Auseinandersetzung gab. Der Europäische Gerichtshof musste klären, ob die Bezeichnung „Cambozola“ gegen den Schutz der Marke „Gorgonzola“ verstößt. Das Gericht entschied letztlich, dass der Name „Cambozola“ zwar an „Gorgonzola“ anknüpft, aber aufgrund der klaren Unterscheidung im Verkauf und der anderen Eigenschaften keine Irreführung der Verbraucher stattfindet. Der freie Warenverkehr in der EU darf den Schutz von regionalen Spezialitäten nicht untergraben, doch in diesem Fall war die Grenze nicht überschritten.

Also: Wer einen milden, cremigen Käse sucht, greift zu Cambozola. Für Fans intensiver, würziger Aromen bleibt Gorgonzola das echte Original. Beide haben ihren Platz – nur nicht im gleichen Etikett.

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