Der Duden und die Debatte um geschlechtergerechte Sprache

Seit Jahrzehnten gilt der Duden als verbindliche Quelle für die deutsche Rechtschreibung und Grammatik. Doch im Februar 2021 sorgte der renommierte Sprachwächter für Aufsehen, als bekannt wurde, dass er geschlechtergerechte Sprache stärker berücksichtigt – allerdings nicht in der Art, wie man zunächst meinen könnte.

Ein Beispiel macht es deutlich: In neuen Auflagen wurde betont, dass der Begriff „Mieter“ grammatisch männlich ist – nicht im Sinne einer Diskriminierung, sondern als Klarstellung zur sprachlichen Genauigkeit. Hintergrund ist die Debatte, ob traditionelle Wortformen wie „der Arzt“ oder „der Lehrer“ noch zeitgemäß sind, wenn Frauen genauso in diesen Berufen arbeiten. Der Duden reagiert darauf, indem er nicht mehr einfach von „dem Mieter“ als allgemeinem Begriff ausgeht, sondern aufmerksam macht, dass hier tatsächlich das männliche Geschlecht benannt wird.

Das ist kein bloßer Sprachwandel, sondern ein gesellschaftlicher Impuls. Der Duden vertritt damit nicht eine neue Regelung, sondern nimmt eine klare Haltung ein: Sprache soll präzise sein und Sichtbarkeit schaffen. Ob mit Binnen-I (Mieter*in), Doppelformen (Mieter und Mieterin) oder geschlechtsneutralen Alternativen (die Mieter*person) – die Diskussion ist in vollem Gange.

Wie die news4teachers.de damals berichtete, markiert dieser Schritt einen Wendepunkt: Der Duden, lange als konservativ angesehen, wird zum Vorreiter. Sprache lebt – und der Duden zeigt, dass er mitgeht.

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