Ist Lungenhochdruck erblich? Ursachen und genetische Faktoren
Die Diagnose Lungenhochdruck, in der Fachmedizin als pulmonale Hypertonie bezeichnet, wirft bei Betroffenen viele Fragen auf. Eine der häufigsten und emotionalsten Fragen betrifft die Genetik: Kann diese ernsthafte Erkrankung an die eigenen Kinder weitervererbt werden?
Die medizinische Entwarnung vorweg: In den allermeisten Fällen ist Lungenhochdruck nicht direkt erblich. Die Erkrankung entsteht meist als Folge anderer gesundheitlicher Probleme, wie chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen. Dennoch gibt es eine seltene Ausnahme, die medizinisch genau untersucht ist: die sogenannte hereditäre pulmonal-arterielle Hypertonie (hPAH).
Bei dieser speziellen Unterform liegt die Ursache in einer Veränderung oder Mutation bestimmter Gene. Das am häufigsten betroffene Gen ist das sogenannte BMPR2-Gen, welches für das Wachstum der Zellen in den Blutgefäßen der Lunge verantwortlich ist. Liegt eine solche Mutation vor, kann sich der Lungenhochdruck in bestimmten Familien häufen.
Wichtig zu wissen ist jedoch, dass das Vorhandensein des veränderten Gens nicht automatisch bedeutet, dass die Krankheit auch tatsächlich ausbricht. Mediziner sprechen hier von einer unvollständigen Penetranz. Das bedeutet, dass selbst bei einer vererbten genetischen Veranlagung oft noch weitere Umweltfaktoren oder Auslöser hinzukommen müssen, damit sich die Symptome manifestieren.
Für Familien mit einer bekannten Häufung von hPAH bietet die moderne Medizin heutzutage genetische Beratungen und gezielte Tests an. Dies hilft Betroffenen, das individuelle Risiko besser einzuschätzen und frühzeitig auf erste Anzeichen zu achten, da eine rechtzeitige Therapie die Lebensqualität und Prognose entscheidend verbessert.
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