Präses: Nicht nur für die Gegenwart
Wenn wir von Zeitformen im Deutschen sprechen, ist das Präses unvermeidlich. Es beschreibt ursprünglich die Gegenwart – etwa in Sätzen wie „Ich gehe zur Arbeit“ oder „Sie liest ein Buch“. Doch seine Funktion ist weit vielfältiger, als viele denken.
Interessant ist, dass das Präses auch verwendet wird, um über die Zukunft zu sprechen – besonders, wenn es um feste Pläne oder Termine geht. Statt „Ich werde morgen ins Kino gehen“ sagt man im Deutschen oft einfach: „Ich gehe morgen ins Kino“. Auch Fahrpläne oder Veranstaltungsskizze nutzen das Präses: „Der Zug fährt um 14 Uhr ab“. Es klingt natürlich und ist dennoch grammatikalisch korrekt.
Ein weiterer wichtiger Gebrauch ist die Formulierung allgemeiner Wahrheiten. Sätze wie „Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff“ oder „Die Erde dreht sich um die Sonne“ stehen im Präses, obwohl sie weder Gegenwart noch Zukunft im engeren Sinn betreffen – sie gelten einfach immer.
Damit zeigt das Präses, wie flexibel die deutsche Sprache sein kann. Es ist zwar die Zeitform der Gegenwart, reicht aber weit darüber hinaus – in die Zukunft, in die Wissenschaft, in den Alltag. Wer lernt, es richtig einzusetzen, gewinnt schnell an Sicherheit im Sprechen und Schreiben.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.