Was ist Trennungsangst – und wann wird sie zur Störung?
Trennungsangst ist bei kleinen Kindern ganz normal. Zwischen dem achtzehnten Lebensmonat und dem dritten Jahr fürchten sich viele Babys und Kleinkinder davor, von ihren Eltern getrennt zu werden. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Bindung zu den Bezugspersonen stark ist – und Entwicklungsschritte wie das Erkennen von Fremden fördert.
Doch wenn diese Angst über das typische Alter hinaus besteht, kann sie zur Störung mit Trennungsangst werden. Diese zählt zu den frühesten psychischen Störungen im Kindesalter und zeichnet sich durch übermäßige, unangemessene Angst vor der Trennung von den engsten Bezugspersonen aus – etwa wenn das Kind in die Schule soll oder übernachten möchte. Die Betroffenen haben oft Angst, etwas Schlimmes könnte den Eltern zustoßen, wenn sie nicht dabei sind.
Laut der Ruhr-Universität Bochum verläuft diese Störung ungünstiger als viele andere kindliche Angststörungen. Wenn sie nicht erkannt und behandelt wird, kann sie sich über Jahre hinziehen, die schulische Leistung beeinträchtigen und soziale Kontakte erschweren. In manchen Fällen bleibt die Angst auch bis ins Jugend- oder Erwachsenenalter bestehen.
Wichtig ist: Trennungsangst als Störung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine ernstzunehmende psychische Belastung. Mit frühzeitiger Unterstützung – etwa durch verhaltenstherapeutische Ansätze – lässt sich jedoch viel erreichen. Eltern können helfen, indem sie behutsam Sicherheit geben und kleine Schritte zur Selbstständigkeit fördern.
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